Die Bluttransfusion hat eine lange Geschichte. Seit jeher wurde Blut mystische und vitale Eigenschaften zugeschrieben. In der Antike war es bei den Gladiatorenkämpfen Brauch, Blut von sterbenden Gladiatoren zu trinken, um die eigenen Kräfte zu wecken. Der Aderlass war während Jahrhunderten ein probates Mittel, die "Säfte" zu erneuern.
Mit der Entdeckung des Blutkreislaufs durch William Harvey 1616 begann die eigentliche Geschichte der Transfusionsmedizin. Am 15.6.1667 erfolgte die erste Transfusion von Schafsblut an einen 15 jährigen Patienten, der zuvor durch Aderlässe geschwächt wurde. Zeitgenössischen Berichten zufolge verlief die Transfusion problemlos und dem Patienten ging es danach besser. Prof. Denis, der die Transfusion vornahm, wurde später der Leibarzt von König Ludwig XIV. Weitere Transfusionen von Tierblut resultierten im Verlauf aber in zum Teil tödlichen Komplikationen, so dass sie schliesslich verboten wurden. Es vergingen ungefähr 150 Jahre bis Untersuchungen über Transfusion und den Blutkreislauf wieder aufgenommen wurden.
1818 schliesslich behandelte James Blundell in England einen kranken Mann mit der ersten Transfusion von Mensch zu Mensch. 1825 transfundierte er eine Frau nach starken nachgeburtlichen Blutungen und gilt seither als Vater der modernen Transfusionsmedizin. Viele dieser Transfusionen, die daraufhin durchgeführt wurden, führten zu Komplikationen. Ein wesentliches Problem war die rasche Gerinnselbildung während der Transfusion; unter anderem wurden Silberröhren zur Transfusion gebraucht.
Das Problem der Gerinnselbildung wurde um 1915 gelöst. Mit Citrat konnte Blut ungerinnbar gemacht werden und somit einerseits gelagert und andererseits den Patienten ohne Gefahr der Verklumpung verabreicht werden.
Die Entdeckung des AB0-Blutgruppensystems durch Karl Landsteiner 1900 (1930 mit dem Nobelpreis gewürdigt) war ein Meilenstein in der Geschichte der Transfusionsmedizin. Mit den unterschiedlichen Blutgruppen konnte ein grosser Teil der bis dato auftretenden unerwünschten Reaktionen auf Bluttransfusionen erklärt werden. 1939 wurde mit dem Rhesussystem ein weiteres für die Transfusions- und Geburtsmedizin wichtiges Blutgruppensystem entdeckt, Bis heute wurden insgesamt 29 verschiedene Blutgruppensysteme gefunden.
Die bessere Lagerfähigkeit von Blut waren Anlass zur Gründung der ersten Blutbanken. Die erste Blutbank wurde 1919 in New York gegründet wurde, in Barcelona 1936 eine weitere. Diese Blutbanken dienten der Versorgung des Militärs. Viele Neuerungen und Innovationen in der Transfusionsmedizin respektive "Blood banking" geschahen vor dem Hintergrund militärischer Überlegungen, insbesondere auch die Optimierung und Verlängerung der Haltbarkeit von Blutprodukten.
Die Gewinnung und Lagerung von den für die Blutgerinnung bedeutenden Blutplättchen wurde in den frühen 60er Jahren möglich. Somit stand eine wirksame Therapie für Patienten mit unstillbaren Blutungen bei Knochenmarksversagen zur Verfügung.
Blut künstlich herzustellen, ist Gegenstand intensiver Forschung. Blutersatzprodukte basierend auf Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) oder Perfluorocarbonen werden im Rahmen klinischer Studien getestet. Die tägliche Anwendung dieser Produkte bei Patientin ist jedoch nicht absehbar.